Sanfter Tourismus
Sanfter Tourismus setzt sich seit einigen Jahren weltweit immer mehr durch. Unter diesem Konzept versteht man hauptsächlich das Zusammenspiel von Tourismus und Naturschutz. Hierbei wird an Hand des Tourismus der Naturschutz eines bestimmten Gebietes gefördert. Meist findet man den auf diese Art von Tourismus spezialisierte Hotels unmittelbar an, oder sogar innerhalb der zu schützende Gebiete. Das oft auch als “Tragbarer Tourismus” bezeichnete Konzept beruht auf der Erkenntnis, dass man unmöglich jeden Flecken Natur unter absoluten Schutz stellen kann. Wer Flora und Fauna retten möchte, muss zwangsläufig auch etwas für die in den Natur- und Nationalpark beherbergenden Gebieten lebenden Menschen tun. Vieler Orts werden Urwälder gerodet oder Feuchtgebiete trocken gelegt, weil die dort ansässige Bevölkerung Flächen für Ackerbau und Viehzucht benötigt. In der Regel sind kaum andere Erwerbsmöglichkeiten gegeben, da diese Gebiete bekanntlich ja weit ab von größeren Städten und Handel Zentren liegen. Naturschutz hin, Naturschutz her ... die Menschen müssen schließlich von irgend etwas leben.
Sanfter Tourismus: Das Einkommen ist von den Tourismus abhängig
Hier springt nun der sanfte Tourismus helfend ein und schlägt sozusagen zwei Fliegen mit einer Klappe. Einmal wird der Bevölkerung eine gute Einkommensalternative geboten und da nun nicht mehr gerodet, gejagt oder trocken gelegt werden muss, wird auch die Natur geschützt. In Costa Rica wird seit etlichen Jahren Sanfter Tourismus erfolgreich durchgeführt. Das nur knapp 51.000 Quadratkilometer umfassende zentralamerikanische Land beherbergt sage und schreibe gute 5% aller auf der Erde befindlichen Pflanzen- und Tierwelt. Obwohl immerhin schon ein gutes Viertel der Landesoberfläche in Form von Nationalparks oder Naturreserven geschützt ist, sind weite Teile dieser überaus vielseitigen Natur immer noch gefährdet. Somit erlangen private Naturschutzgebiete und biologische Reserven immer mehr Bedeutung.
Sanfter Tourismus: Der Mensch mit der Natur im Einklang
Einen Großteil der zur Unterhaltung dieser Schutzgebiete notwendigen Gelder werden eben durch den so genannten tragbaren Tourismus erwirtschaftet. Dabei wird die einheimische Bevölkerung stets aktiv beteiligt. Nicht nur stellt sie die Majorität des für den Hotelbetrieb notwendigen Personals dar, sondern ist sie meist auch ein, wenn nicht sogar der wichtigste Zulieferer aller benötigten Lebensmittel und sonstiger Gebrauchsgüter. Viele private Landbesitzer haben ebenfalls diese Art von so zusagen ökologischem Tourismus gegen die Landwirtschaft eingetauscht oder aber mit ihr verbunden. Sanfter Tourismus wird in Costa Rica aber auch vom Staat gefördert. Mittlerweile wissen sogar die Politiker des Landes, dass im Einklang mit der Natur auf die Dauer viel bessere Erträge zu erzielen sind, als durch ihre Ausbeutung. Mit dieser neuen, sanfteren Form von Tourismus gelangen Menschen und Natur zu einer Partnerschaft, von der am Ende alle Beteiligten profitieren